Sie sind hier: Willkommen / Historie
Deutsch
Mittwoch, 22.02.2012 23:51, KW: 08

23.08.1897 Schleusenmeistergehöft

Für das Schleusenwärterpersonal wurden an der neuen Kanalstrecke neue Dienst- und Wohngebäude erbaut. Mit Ausnahme der neuen Fenster sind diese Gebäude aus rotem Backstein bis heute äußerlich fast unverändert erhalten geblieben.

M. Packheiser

Bau der Krummesser Schleuse

Bau der Krummesser Straßenbrücke

28.08.1897 Ostwiderlager der Krummesser Straßenbrücke

Der Kanalbau machte auch die Schaffung einer Reihe neuer Straßenquerungen notwendig. Das Foto vom 23. August 1897 zeigt das Fundament der neuen Brücke, dahinter das Fundament der alten Querung der Stecknitzfahrt. Am 1. September 1896 war der Betrieb des alten Kanals offiziell eingestellt worden; ein fast 500-jähriges Kapitel Schifffahrtsgeschichte war damit zu Ende gegangen. Im Hintergrund das reetgedeckte Haus der Familie Weidemann, das heute leider abgerissen ist

M. Packheiser


17.10.1897 Krummesser Schleuse: Oberhaupt

Der Lübecker Ingenieur Ludwig Hotopp hatte für die neuen Schleusen ein geniales Funktionsprinzip entwickelt, daß den Betrieb der Schleusen ohne Einsatz von Fremdenergie wie Dampf oder Diesel sicherte. Die Regulierung des Wasserstandes erfolgte durch Unterdruckleitungen und -kammern. Teile dieses Röhrensystems sind auf dem Foto zu erkennen. Das Prinzip bewährte sich über einen Zeitraum von 100 Jahren außerordentlich gut, wurde aber dennoch in größerem Umfang nie wieder beim Bau von Schleusen eingesetzt.

M. Packheiser

Oberhaupt von Osten gesehen

Unterhaupt westliche Seite

17.10.1897 Krummesser Schleuse: Unterhaupt

1896 hatten die Bauarbeiten an der 67 Kilometer langen Strecke des neuen Elbe - Trave - Kanals begonnen. Parallel entlang der gesamten Strecke zwischen Lübeck und Lauenburg wurden die umfangreichen Arbeiten ausgeführt. Insgesamt sieben neue Schleusen mußten für die Regulierung des Höhenunterschieds gebaut werden. Die Krummesser Schleuse wurde als erste Schleuse fertiggestellt, da man an ihr das völlig neue Funktionsprinzip erstmals erprobte.

M. Packheiser


Krummesse 2030

Die Studie Krummesse 2030  - Entwicklung eines Leitbildes für einen kleinen Ort analog zum Ideenwettbewerb „Stadt 2030“ “ ist in der Zeit von Oktober 2000 bis April 2001 als Diplomarbeit im Rahmen meines Studiums der Stadt- und Regionalplanung entstanden.

Sebastian Lopitz


Aus der Geschichte

Am 3. April 1194 wurde Krummesse erstmals geschichtlich erwähnt. So kann Krummesse auf sein 800- jähriges Bestehen zurückblicken. Ein Rittergeschlecht, die Familie von Krummesse, gab dem Ort seinen Namen. Dieses Rittergeschlecht besaß umfangreiche Ländereien, die es zu einem der bestbegüterten im Herzogtum Lauenburg machten. Die Landschaftsform um Krummesse wurde von der letzten Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit, zwischen 8000 bis 12000 v. Chr. geprägt. Während der Vergletscherung floß Schmelzwasser unter den Gletschern nach Süden zum Elbe-Urstromland und bildete Schmelzwasserrinnen in Form von Tunneltälern. Die Stecknitz-Delvenau-Niederung, in deren Verlauf heute der Elbe-Lübeck-Kanal und somit auch Krummesse liegt, ist ein solches Tunneltal mit einem für die heutige Stecknitz sehr breiten, U-förmigen Querschnitt. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts verfiel der Besitz der Familie von Krummesse auf der Westseite des Elbe-Lübeck-Kanals. Im Jahre 1380 verkaufte Marquard von Krummesse das halbe Dorf mit dem Hof an den lübeckischen Ratsherrn Segeband Crispin; und 1382 verkauften die Gebrüder von Krummesse weitere zwei Höfe und die Wassermühle an den Ratsherrn Dassow und dessen Brüder. Seit diesem Zeitpunkt war die Teilung von Krummesse vollzogen. Die Gebietsreformen von 1937 (das sogen. Groß-Hamburg-Gesetz) und von 1970 vermochten nicht, die Teilung aufzuheben. So ist Krummesse heute noch zweigeteilt. Im lauenburgischen Teil von Krummesse leben etwa 1500 Einwohner, in dem zur Hansestadt Lübeck gehörenden Ortsteil etwa 800. Dabei ist die Grenzziehung zwischen beiden Gemeinden äußerst kompliziert: Teilweise eine Art kammähnliches Gebilde, teilweise verlaufen die Grenzen an Straßenrändern und in der Mitte von Straßen oder, wie in einem Fall mitten durch ein Gebäude. Krummesse hat trotz der in den Nachkriegsjahren sehr von intensiven Bautätigkeit nie den dörflichen Charakter verloren. Von den ehemals 21 Bauernstellen sind leider heute nur noch zwei erhalten geblieben. Ansonsten kann die Infrastruktur als durchaus gut an gesehen werden. Es gibt: 3 Ärzte     1 Zahnarzt 1 Apotheke     2 Gaststätten mit Hotelbetrieb 1 Schlachterei 1 Lebensmittelgeschäft / Supermarkt 1 Bäckerei     1 Grund- und Hauptschule 1 Landhandel     1 Buchladen 1 Post-Agentur 2 Blumenläden 1 Kornbrennerei sowie weitere Gewerbetreibende, wie Baugeschäfte, Zimmerei, Tischlerei, Elektrohandel und Installation, Schlosserei, Gärtnerei, Landschaftsbau, Ingenieurbüro, Dachdecker, Fuhrbetriebe. Krummesse hält ein reichhaltiges Vereins- und Kulturangebot bereit: Eine Liedertafel, die kürzlich ihr 140-jähriges Bestehen feiern konnte; einen Fanfarenzug mit ca. 25 Mitgliedern; einen Spielmannszug mit ca. 60 Mitgliedern; einen Sportverein mit ca. 1000 Mitgliedern; eine freiwillige Feuerwehr mit ca. 68 Aktiven; eine Jugendfeuerwehr; darüber hinaus gibt es den Kulturverein "Die Dorfschaft", den DRK Ortsverein, den Kaninchenzuchtverein,die M Gruppe für Vogelzucht, den Motorsportdub. die Kyffhäuser Kameradschaft, den Reichsbund, die Siedlergemeinschaft und den Tanzclub "De Dörpdänzers". Es bestehen zwei kirchliche Kindergärten mit etwa 6O Plätzen. Der Spielkreis und der Schulverein runden de Palette ab. Die Wasserversorgung in ganz Krummesse erfolgt aus den Brunnen der Lübecker Stadtwerke in Klein Disnack. Die Gemeinde betreibt ein eigenes Klärwerk, welches auch einen Teilbereich der Gemeinde Klempau mit entsorgt. Die Müllentsorgung erfolgt durch die Hansestadt Lübeck aufgrund einer öffentlich rechtlichen Vereinbarung. Im Bereich Natur und Landschaftspflege wurde ein umfangreicher Landschaftsplan erstellt. Die Gemeinde hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Wander- und Reitwegen geschaffen und neue Knicks am Sportplatz und an der dörflichen Festwiese am Beidendorfer Weg angelegt. Dort liegt auch das Gebiet eines ehemaligen Kalksandsteinwerkes. Der Baggersee ist renaturiert und dem angrenzenden Naturpark "Lauenburgische Seen" zugeordnet worden. Mehrere innerörtliche Straßen sind zu verkehrsberuhigten Zonen ausgebaut und mit Pflanzinseln aus heimischen Gehölzen umsäumt worden. Weitere Straßen sollen verkehrsberuhigt werden. Der Durchgangsverkehr auf der L 221 soll auf 30 km/h reduziert werden In der Lübecker Straße 6 hat die Gemeinde eine ehemalige landwirtschaftliche Hofstelle erworben. Der alte Viehstall wurde zurückgebaut und in seiner Ursprungsform (Fachwerk/ Reetdach) wiederaufgebaut; es wird derzeit als Bürgermeisterbüro genutzt. Die frühere Scheune nimmt nun den zweiten Kindergarten auf. Das Haupthaus wurde abgerissen und an seiner Stelle das neue "Dörpshuus" erbaut. Dieses Dorfgemeinschaftshaus wird von vielen Vereinen genutzt und hier finden auch häufig kulturelle Veranstaltungen statt. Am 9. November 1990 wurde mit der mecklenburgischen Gemeinde Carlow eine Partnerschaft eingegangen und durch Austausch entsprechender Urkunden besiegelt. Im Jahre 1995 wurde das nordfranzösische Dorf Bonningues le Calais zweite Partnergemeinde von Krummesse; ein reger Besuchs- und Kulturaustausch erfüllt den Vertrag mit Leben. Das Wahrzeichen im Ortszentrum von Krummesse bildet die auf einem Feldsteinsockel erbaute St.-Johannis-Kirche. Sie wurde etwa im Jahre 1270 fertiggestellt. Dazu gehören das aus dem 18. Jahrhundert stammende Pastorratshaus an der Niedernstraße sowie das Pfarrwitwenhaus in der Lübecker Straße.

Hans-Jürgen Koch